Antientzündliche Wirkung
Covid-19-Behandlung: Studie zu Asthma-Spray macht Hoffnung

Schon seit Ausbruch der Pandemie suchen Forscher nach wirkungsvollen Mitteln, um schwere Covid-19-Verläufe zu verhindern. Neuer Hoffnungsträger ist nun ein Asthma-Spray. Eine Studie kommt zu einem vielversprechenden Ergebnis.

Montag, 12.04.2021, 17:06 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 17:11 Uhr
Experten beurteilen die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 als vielversprechend. Foto: Philipp von Ditfurth

Oxford/Berlin (dpa) - Experten beurteilen die Ergebnisse eineraktuellen Studie zur Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 alsvielversprechend. «Der beschriebene Effekt ist beachtlich undbedeutsam», so der Direktor der Klinik für Infektiologie undPneumologie der Berliner Charité, Norbert Suttorp. Die Studie unterLeitung der Universität Oxford wurde im Fachmagazin «The Lancet»veröffentlicht.

Sie hatte ergeben, dass bei Patienten, die im frühen Stadium ihrerCovid-Erkrankung das antientzündlich wirkende Medikament Budesonidinhalierten, das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt deutlichsank. Zudem seien sie schneller genesen, so die Autorinnen undAutoren.

«Das sind überaus interessante Ergebnisse und vom biologischen Ansatzplausibel», sagt der Leiter des Zentrums für klinische Studien desUniversitätsklinikums Jena, Frank M. Brunkhorst. DerSPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nennt die Studie gar einenmöglichen «Game Changer». «Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weildie antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall derLungenfunktion verhindern kann», schreibt der Mediziner auf Twitter.Es gebe zudem kaum Nebenwirkungen.

Auch der Infektiologe Clemens Wendtner sieht eine große Chance imEinsatz des Mittels: «Mit dieser simplen, nebenwirkungsarmen und auchnoch kosteneffektiven Behandlung könnte nicht nur vielen ambulantenPatienten mit milder Covid-Erkrankung in der Frühphase medizinischgeholfen werden.» Auch der Druck auf die Krankenhäuser könntereduziert werden, was ein wichtiges Argument in Zeiten von knappenBetten angesichts der laufenden dritten Corona-Welle sei, so derChefarzt der München Klinik Schwabing.

Die Experten sowie die Studienautoren selbst weisen darauf hin, dassdie Ergebnisse der Untersuchung mit relativ wenigen Patienten ineiner breiter angelegten Studie bestätigt werden müssen. Man brauche«dringend» eine große Phase-III Studie mit etwa 1000 Patienten, soBrunkhorst. Wenn sich die Beobachtungen bewahrheiteten, habe das eineenorme Wirkung - und Budesonid sei überall auf der Welt verfügbar,fasst Suttorp zusammen.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-176360/2

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