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Corona zeigt: Wer kommuniziert, gewinnt

Ein Jahr Corona – ein Jahr Kommunikation unter Extrembedingungen. Wie hat die Pandemie die Öffentlichkeitsarbeit verändert? PR-Profi Allan Grap von der Agentur BETTERTRUST zieht eine Zwischenbilanz.

Donnerstag, 01.04.2021, 09:35 Uhr aktualisiert: 01.04.2021, 10:10 Uhr
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Vor nunmehr einem Jahr hat die Politik über Nacht drastische Einschränkungen für das öffentliche Leben beschlossen – mit massiven Auswirkungen auf die Unternehmen. „Rasch mussten sich alle Firmen auf die neue Situation einstellen, um zu überleben. Von einem Tag auf den anderen änderten sich die Geschäftsmodelle – was wiederum einen hohen Kommunikationsbedarf verursachte“, sagt Allan Grap, Co-Geschäftsführer der PR-Agentur BETTERTRUST. Auch für ihn eine Ausnahmesituation, heute zieht er eine Zwischenbilanz: „Unternehmen müssen sich ständig auf neue Gegebenheiten einstellen. Doch die Pandemie bedeutete für alle PR-Leute ein Extrem. Denn obwohl die meisten Firmen wirtschaftlich zu kämpfen hatten, mussten sie besonders viel mit ihren Kunden kommunizieren. In der Krise ist Öffentlichkeitsarbeit so zur Voraussetzung dafür geworden, überhaupt Umsatz zu machen.“

Corona ist Krisen-PR im Dauerzustand

Im Handumdrehen mussten Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die den Bedürfnissen der Kunden und den Hygienevorschriften entsprachen. Der Vertriebsweg via Internet erlebte bis heute eine ungekannte Blüte – und über all dies musste die Zielgruppe informiert werden, obendrein ohne großen zeitlichen Vorlauf. Mittendrin in dieser ersten Welle war Allan Grap. Auch er musste gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Christopher Runge die Agentur umorganisieren, auf Heimarbeit umstellen – und neue PR-Berater anheuern, die die wachsende Auftragslage bewältigen konnten. „Wir alle würden uns wünschen, Corona hätte es nie gegeben. Doch handwerklich waren wir bestens darauf vorbereitet. Denn einer unserer Schwerpunkte ist Krisen-PR – und die Pandemie ist nichts anderes, nur leider im Dauerzustand“, fasst er die Erfahrungen des vergangenen Jahres zusammen. 

Widerstandsfähiger Unternehmen

Corona ist noch lange nicht bewältigt. Doch angesichts der Ausmaße der Pandemie ist die Wirtschaft offenbar noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen: In normalen Zeiten wäre ein Minus von 5,5 Prozent des BIP eine Katastrophe, bezogen auf Corona erscheint es nicht mehr als eine Delle. Zumindest aus heutiger Sicht, denn die Schlussbilanz steht noch aus. Experten rechnen erst zum Jahreswechsel 2021/22 mit einer Genesung der deutschen Volkswirtschaft.

Dass die Unternehmen so glimpflich die Krise meistern, liegt auch an der Qualität der PR-Arbeit: Bis zu zwei Drittel der Unternehmen rufen bei der hauseigenen Kommunikation Agenturen um Hilfe – ein Service, der vor allem am Anfang genutzt wurde. Hier sprangen Agenturen überdurchschnittlich stark auch bei der internen Kommunikation der Kunden ein und vor allem bei der Umstellung auf Online, so die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA). Das bestätigt auch Allan Grap von BETTERTRUST : „Die Zielgruppe war plötzlich nicht mehr über die herkömmlichen Kanäle zu erreichen – und so wurde die digitale Kommunikation ein Turbo raus aus dem Krisenmodus.“ Nicht nur seine Kunden, auch Graps BETTERTRUST GmbH kann daher mit gestärkter Reputation aus der Pandemie hervorgehen.

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Klare Botschaften schärfen das eigene Profil

Und wie geht es weiter?Manche Unternehmen haben seit mehr als einem Jahr geschlossen. Besonders sie müssen – sobald sie wieder öffnen dürfen und es überhaupt noch können – kommunizieren. „Viel Geld dürfte dafür indes nicht vorhanden sein, daher gilt es die Etats umzuschichten und extrem zielgruppenorientiert zu arbeiten“, betont Grap. Gerade Wirtschaftsakteure mit wenig Budget benötigen eine markante Kommunikation mit starkem Profil. Hier ist ein rundes PR-Konzept wirksamer als rein produktbezogenes Marketing. Im Optimalfall sorgen persönliche Storys für Alleinstellungsmerkmale in der Berichterstattung – egal ob Startup oder Großkonzern“, erklärt Grap abschließend. Mit anderen Worten: Wer im Wettbewerb um den originellsten Wiedererkennungswert überzeugt, überlebt die Coronakrise auf jeden Fall.

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