Mode
Verruchte Teile und tiefe Einblicke: Mode mit Löchern

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Cut-Out lautet der Modebegriff für ein Loch in der Kleidung. Dieses Detail zeigt Haut an besonders reizvollen Stellen wie am Rücken oder am Bauch. Das kann aufreizend hübsch sein, aber auch provokant und ordinär.

Dienstag, 18.03.2014, 10:19 Uhr

Das Geheimnis echten Stils liegt nicht darin, die eigenen Reize zu zeigen. Sondern darin, auf dezente Weise auf sie aufmerksam zu machen. Das beherzigen internationale Designer in diesem Frühjahr und Sommer und zeigen viele Kleidungsstücke mit transparentem Stoff und Cut-Outs. Unter dem zweiten verstehen die Modemacher strategisch platzierte Ausschnitte - so hat zum Beispiel ein schmales Kleid in Höhe des Bauchnabels einen kleinen Schlitz.

Cut-Outs werden aber auch an anderen Stellen eingesetzt: Am Dekolleté macht das etwa Fornarina. Am Rocksaum zeigen Liu Jo und Heine Mut zur Lücke, dort gerne in Form von ausgeschnittenen Blütenmustern oder Ornamenten. «Wer diesen Trend mitmachen möchte, sollte vor allem darauf achten, wo die Cut-Outs sitzen», betont der Stilberater Andreas Rose aus Frankfurt am Main . «Am Bauch zum Beispiel sollten sie jungen, sehr schlanken Frauen vorbehalten bleiben.»

Und die Trägerin sollte bedenken: Ein Schlitz an der Bauchregion kann klasse aussehen, wenn man vor dem Spiegel steht. Ein wenig anders dagegen kann dieses Stilelement wirken, wenn man sich hinsetzt und dabei das eine oder andere Speckröllchen offenbart. Ein knielanges Kleid mit diesem Stilelement am Saum oder den Ärmeln dagegen kann fast jede Frau tragen.

Am unkompliziertesten wirkt das Styling mit diesem Modeelement, wenn die raffinierten Einblicke an den Schultern sitzen. Das lockert teils hochgeschlossene Oberteile auf, bei Sisley zum Beispiel muten die Überbleibsel der recht großen Ausschnitte an wie verzweigte Träger. Ein wenig schwieriger dagegen sind Cut-Outs am Rücken. Denn da muss man unbedingt auf einen BH verzichten, der durch die Löcher zu sehen ist. Bei Bedarf geben Klebepads dem Busen Halt.

Wie so oft gilt auch bei diesem Trend: Die Dosis macht das Gift. «Deshalb sollte man bei der Wahl des Outfits immer nur ein Teil mit Cut-Out-Element wählen», erläutert die Styleberaterin Ines Meyrose aus Hamburg . Eine Beispielkombination besteht aus einer schmal oder weiter geschnittenen Hose aus weich fallendem Stoff, dazu ein kastig geschnittenes Oberteil mit den Cut-Outs.

Schrille, bunte Farben sind für diesen Trend nicht unbedingt die erste Wahl. Stattdessen sollten die Frauen auf Töne wie Beige, Schwarz, Hellgrau oder Dunkelblau setzen und möglichst auf Muster verzichten. «Dazu sollte man am besten flache Schuhe oder klassische Pumps kombinieren, dann wirkt der Look lässig und nicht overdressed», findet die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Andreas Rose weist zudem darauf hin, dass die Haut durch den Ausschnitt im Stoff am schönsten wirke, wenn sie gebräunt sei.

Ein großes Thema sind Cut-Outs bei der Abendmode, hier verleihen sie einem schlichten Kleid jede Menge Glamour. Dabei reicht die Bandbreite von weit ausgeschnittenen Rückenpartien, die von vereinzelten Stoffbahnen umhüllt werden, bis zu hin zu ausgeschnittenen Stellen an den Seiten.

Nahezu ein Klassiker sind transparente Elemente, die in diesem Sommer wieder verstärkt zu sehen sind. Gerade viele weite Blusen findet man häufig und in vielen Varianten - zum Beispiel bei H&M in Weiß mit goldenen Ornamenten, bei Lui Jo mit Blumenmuster oder bei Otto einfarbige Modelle. Diese sind mal mehr, mal weniger stark durchsichtig - und bei den Modeschauen wird der Transparent-Look auch gerne besonders aufreizend gezeigt. Die britische Modefirma Burberry ließ die Models für ihre Kollektion Prorsum mit einem Hauch von nichts über den Laufsteg wandeln.

Aber: «Wer den Transparent-Trend übertreibt, muss aufpassen, dass diese Idee nicht schnell zur Fleischbeschau wird», sagt Rose. «Zu viel ist zu viel.» Doch es gibt Modelle, die alltagstauglich sind: Röcke in mehreren transparenten Lagen oder Kleider mit einem Überwurf aus durchsichtigem Material. Rena Lange lässt nur die Ärmel eines Kleides transparent. Es gibt gerade auch viele Modelle mit durchscheinenden Partien als Einsatz - etwa Streifen aus Spitze am Dekolleté und am Bauch an einem Shirt von Patrizia Pepe. Die Brust ist verdeckt. Oder bei Hugo scheinen nur die nackten Schulterblätter durch.

Aber auch die komplett durchscheinenden Modelle können gut für den Alltag sein. Die Modeberaterin Maria Hans rät: «Unter eine durchsichtige Bluse einfach ein blickdichtes Top anziehen.» Das sehe besonders gut aus, «wenn das blickdichte Teil ein wenig länger ist als das transparente darüber».

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