Touren mit dem Boot
Alle Infos zur Bootsfahrerlaubnis

Sportarten gibt es viele, doch kaum eine übt so eine Faszination aus wie der Wassersport. Vor allem Bootfahren wird immer beliebter. Für einige Boote ist eine Fahrerlaubnis erforderlich. Wir zeigen, welche verschiedenen Bootsführerscheine es gibt und wann welcher gebraucht wird.

Montag, 02.12.2019, 11:13 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 11:19 Uhr
Foto: Photo by Evan Smogor on Unsplash

Welchen Bootsführerschein benötige ich für welches Boot?

Möchte man sich mit einem Boot auf dem Wasser fortbewegen, sollte man sich vorab darüber informieren, ob eine Bootsfahrerlaubnis erforderlich ist. Tut man dies nicht, riskiert man Bußgelder für das Fahren ohne Fahrerlaubnis . Diese können je nach Vergehen zwischen 150 Euro (Führen eines Sportbootes) und 5.000 Euro (Befahren einer Binnenschifffahrtsstraße) liegen. Insbesondere bei einem geplanten Bootsurlaub ist es sinnvoll, sich vorab über die Bootsführerschein-Arten zu informieren.

Der Charterschein:

In immer mehr Revieren Deutschlands ist es möglich, auch ohne amtlichen Schein Boot zu fahren. In diesen Fällen muss man einfach nur ein Boot chartern, eine kurze Einweisung machen und kann dann losfahren. Bei Regatten und reinen Segelbooten kann ebenfalls auf einen Bootführerschein verzichtet werden. Dies obliegt jedoch den Regeln des Veranstalters.

Absolviert werden kann der Charterschein ab einem Alter von 14 (Segelboot) bzw. 16 Jahren (Motorboot).

Der Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen):

Ab einem Alter von 14 (Segelboote) bzw. 16 Jahren (Motorboote) kann man in Deutschland den Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) machen. Er wird benötigt sobald das Boot einen Motor ab 15 PS hat. Ausnahmen stellen Berlin und Brandenburg dar. Hier ist ein Führerschein bereits ab 1 PS erforderlich.

Wenn man sich sowohl für Segelboote als auch für Motorboote begeistern kann, ist eine Kombination beider Scheine möglich. Die Fahrerlaubnis gilt übrigens nur für den Binnenbereich.

Empfehlenswert für: Motorbootfahren im Binnenbereich

Der Sportbootführerschein See (SBF See):

Ab einem Alter von 16 Jahren kann man den SBF See machen. Andere Bezeichnungen für diese Bootsfahrerlaubnis sind Motorbootschein See, Küstenschein und Bootsführerschein Küste.

Der SBF See berechtigt das Fahren von Motorbooten mit einer Leistung von mehr als 15 PS in allen Küstengewässern.

Empfehlenswert für: Motorbootfahren überall

Der Sportküstenschifferschein (SKS):

Der SKS besitzt eine höhere Gültigkeit als der SBF See und stellt eine Erweiterung dar. Vom Inhalt her baut er auf dem Sportbootführerscheins auf. Besondere Kenntnisse werden vor allem im Fach Navigation gefordert. Diese müssen in einer Prüfung nachgewiesen werden. Um für den Sportküstenschifferschein zugelassen zu werden, muss vorab der Sportbootführerschein See absolviert werden. Außerdem ist ein Nachweis von 300 gesegelten Seemeilen auf Yachten in Küstengewässern erforderlich.

Empfehlenswert für: Fahren von Sportbooten mit Antriebsmaschine (Yachten) auf Küstengewässern aller Meere

Der Sportseeschifferschein (SSS):

Der SSS ist die nächsthöhere Stufe und berechtigt zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in küstennahen Seegewässern. Somit können alle Meere bis 30 sm, Ost- und Nordsee, Kanäle, der Bristolkanal, die Irische und Schottische See, das Mittelmeer und das Schwarze Meer befahren werden.

Empfehlenswert: vor allem für den gewerblichen Einsatz

Welche Bootsfahrerlaubnis wofür?

Eine bundesweit einheitliche Regelung in Sachen Führerscheinpflicht für Segelboote ohne Motor gibt es in Deutschland nicht. Es empfiehlt sich also, sich vorab zu informieren. Für den Bodensee ist ab 12 qm Segelfläche etwa das Bodenseeschifferpatent D erforderlich. Ansonsten gilt für Boote unter 15 m oder Fahrzeuge ab 15 PS der Sportbootführerschein Binnen als Pflicht. Meistens ist dies auch der Nachweis, den gewerbliche Bootsverleiher als Führerschein-Mindestvoraussetzung verlangen.

Wie viel kostet eine Bootsfahrerlaubnis durchschnittlich?

Wie teuer das Absolvieren der Bootsfahrerlaubnis ist, hängt vom jeweiligen Führerschein ab. Beim Bootsführerschein See und Binnen muss mit insgesamt etwa 250 bis 350 Euro gerechnet werden. Diese Kosten setzen sich aus dem ärztlichen Attest, den Theorie- und Praxisstunden, den Kursgebühren sowie den Prüfungsgebühren zusammen. Die Kosten für den einfachen Charterschein belaufen sich auf 50 bis 150 Euro.

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