Freude an der Natur
Wanderwege-Netz im Westharz wurde verkleinert und optimiert

Das riesige Netz der Wanderwege im Harz ist nach jahrelanger Arbeit kleiner geworden - doch das ist kein Nachteil für die Touristen, meinen die Verantwortlichen. Sie sind vom Gegenteil überzeugt.

Montag, 08.06.2020, 10:33 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 10:36 Uhr
Drei Jahre nach Beginn der Arbeiten ist die Optimierung des Wanderwege-Netzes im niedersächsischen Westharz abgeschlossen. Foto: Swen Pförtner

Goslar (dpa) - Drei Jahre nach Beginn der Arbeiten ist die Optimierung des Wanderwege-Netzes im niedersächsischen Westharz abgeschlossen.

Wanderern und Touristen stehen nach Angaben des Landkreises Goslar nun ausgeschilderte Routen mit einer Gesamtlänge von rund 3000 Kilometern zur Verfügung. Gleichzeitig wurden zahlreiche, wenig attraktive und kaum begangene Strecken stillgelegt. «Das Wegenetz wurde zwar verkürzt, hat dadurch aber deutlich an Qualität gewonnen», sagte Rainer Schlicht vom Landkreis Goslar, der die Projektarbeit koordiniert hat.

Die Hauptarbeit des von der EU geförderten Optimierungs-Programms sei vom Harzklub geleistet worden, sagte Schlicht. Der Wander-, Heimat und Naturschutzbund, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich um die Pflege und Ausschilderung der Wanderrouten im Harz kümmert, hatte die vorhandenen Wege intensiv geprüft.

Viele hundert Mitglieder der Zweigvereine hatten sie nach Angaben einer Sprecherin unter den Gesichtspunkten Frequentierung, Qualität, Naturnähe, Sehenswürdigkeiten, Rastmöglichkeiten sowie konkurrierender Nutzung durch Reiter oder Mountainbiker unter die Lupe genommen. Als Resultat seien kaum noch genutzte Wege mit wenig attraktiven Routen aus dem Netz genommen worden. An den verbliebenen Wegen wurden rund 2300 neue Hinweistafeln angebracht.

«Das Wanderwege-Netz ist eines der wichtigsten Angebote bei uns», sagte die Geschäftsführerin des Harzer Tourimusverbandes (HTV), Carola Schmidt. «Wir freuen uns deshalb sehr, dass die Optimierung jetzt abgeschlossen ist.» Dass dabei Wege weggefallen sind, sei kein Problem, sagte Schmidt, im Gegenteil: «Vielfach gab es parallel verlaufende Routen, die so selten genutzt wurden, dass sie immer zugewuchert sind.» Jetzt seien die attraktivsten Wege ausgewählt worden, auf denen man am besten laufen und am meisten sehen könne.

Die jetzt ausgearbeiteten Routen sollten auch als Grundlage für die Erstellung neuer Harz-Wanderkarten dienen, sagte Projekt-Koordinator Schlicht. Die Daten seien bereits an das amtliche niedersächsische Vermessungswesen übermittelt worden. Die Verlage könnten nun darauf zugreifen und ihre Karten aktualisieren.

In den beiden anderen Harz-Anrainer-Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen liefen derzeit ebenfalls Bestrebungen, die Wanderrouten zu verbessern, sagte HTV-Geschäftsführerin Schmidt. Sie hoffe, dass bald für das gesamte Mittelgebirge ein optimiertes Wegenetz zur Verfügung stehe.

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