Blue Dog Syndrom
Hinter glänzendem Fell kann böse Krankheit stecken

Der Trend, sich von der Masse abzuheben und mit Schönerem glänzen zu können, macht auch vor Haustierbesitzern nicht halt. Im Fall von blauschwarz schimmernden Dobermännern mit tragischen Folgen.

Montag, 08.06.2020, 12:13 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 12:16 Uhr
Kleine Labradore mit besonders glänzendem Fell sind sehr begehrt. Doch dahinter könnte eine gestörte Pigmentierung der Fellhaare stecken. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Als Welpe sehen sie wunderschön aus. Das Fell des Dobermanns glänzt herrlich blauschwarz oder der süße Labrador schimmert silbrig. Echte Tierliebhaber nehmen aber besser Abstand vom Kauf eines Hundes, der mit einer derartigen Fellfarbe ausgestattet ist, rät die Tierschutzorganisation Aktion Tier.

Denn diese Schönheiten zahlten oft einen hohen Preis für ihre Andersartigkeit. Sie leiden unter einer Erkrankung, die Colour Dilution Alopecia oder auch Blue Dog Syndrom genannt wird. Bei betroffenen Tieren ist die Pigmentierung der Haare gestört, erklärt Dr. Tina Hölscher, Tierärztin des Vereins. Dadurch verändere sich die Fellfarbe. Die einzelnen Haare sind dabei schwächer und brechen schneller ab. Es kommt zum Fellverlust.

Das Gemeine daran: Als Welpe sehen die Tiere wunderschön aus. Meist in der Pubertät zeigen sich dann aber erste kahle Stellen. Hinzu können vermehrte Schuppenbildung und Entzündungen der Haut kommen. Oft müssten diese mit Antibiotika behandelt werden, um sie in Schach zu halten. Das Krankheitsbild bessere sich durch Medikamente zwar kurzzeitig, eine echte Heilung gebe es aber nicht.

Verantwortungsvolle Züchter würden ihre Zuchttiere vor der Verpaarung mit einem Gentest unterziehen. So könnten sie laut Hölscher sicherstellen, nur Elterntiere auszuwählen, deren Nachkommen keine Fehlfarben zeigen.

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