Gute Vorsätze umsetzen
Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Greta Thunberg hat Eindruck hinterlassen. Immer mehr Menschen nehmen sich vor, ihren Lebensstil klimaschonender zu gestalten. Wer es ernst meint und Ressourcen schonen will, beginnt damit am besten im eigenen Haushalt

Dienstag, 21.01.2020, 08:31 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 08:46 Uhr
Foto: Photo by Markus Spiske on Unsplash

Bei den Neujahrsvorsätzen für 2020 spielt neben Dauerbrennern wie "Mehr Sport treiben" diesmal auch das Klima eine Rolle. Umfragen zufolge wollen 37 Prozent der Deutschen im neuen Jahr auf Fleisch oder sogar ganz auf tierische Produkte verzichten. Ein Vorsatz, der noch im letzten Jahr von so wenigen gefasst wurde, dass er nicht einmal der Rede wert war. In diesem Jahr sieht es dank der Fridays-for-Future-Bewegung anders aus. Vorsätze für die Zukunft beziehen immer häufiger die Umwelt mit ein. Laut einer Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) wollen vier von fünf Deutschen weniger fliegen , um das Klima zu schonen.

Was bringt es aber, einmal im Jahr aufs Fliegen zu verzichten, wenn man sich ansonsten den Rest des Jahres über wenig Gedanken um die Umwelt macht? Für die nachhaltigen Vorsätze gilt somit dasselbe wie für alle guten Vorsätze: Statt großer Lippenbekenntnisse sollten lieber kleine, konkrete Ziele formuliert werden, die einfacher umzusetzen sind.

Muss ich wirklich das ganze Jahr über Erdbeeren und Ananas essen oder kann ich mich im Winter auch mit Äpfeln und Birnen zufriedengeben? Braucht es wirklich ein Dutzend Luftballons und Plastik-Deko für den Kindergeburtstag, oder fällt das dem Nachwuchs ohnehin nicht auf? Muss ich mein Trinkwasser in kleinen Plastikflaschen kaufen oder schmeckt mir nicht auch das Leitungswasser aus dem Wasserhahn?

Beim täglichen Konsum machen genau diese und ähnliche Fragen den Unterschied. Um Ressourcen zu schonen, empfiehlt es sich grundsätzlich, darauf zu achten, was im Einkaufswagen landet. So ersparen saisonale Produkte, die in der Region angebaut werden, überflüssige Transportwege. Und Bio-Landwirtschaft verbraucht im Vergleich zum herkömmlichen Anbau nur ein Drittel fossiler Energie. Wer seinen Einkauf plant und sich vorher überlegt, welche Lebensmittel er in der kommenden Woche braucht, kann sich bewusst mit deren Herkunft auseinandersetzen. Ein weiterer Vorteil des bewussten Wocheneinkaufs: Es werden nur die benötigten Mengen gekauft und es muss nichts weggeworfen werden, womit eine weitere unnötige Umweltbelastung vermieden wird.

Die Frage, ob man etwas wirklich braucht, sollte man sich nicht nur im Supermarkt, sondern auch auf der Shoppingmeile stellen. 1,2 Billionen Tonnen CO2 verursacht die Textilindustrie jährlich, weil permanent neue Modetrends konsumiert werden, die oft entweder ungetragen im Schrank hängen oder bereits nach kurzer Zeit im Müll landen. Um der Wegwerfmode etwas entgegenzusetzen, wird Nachhaltigkeit beim Einkaufen immer wichtiger.

Konkret bedeutet das: Lieber etwas mehr Geld in einige wenige, dafür hochwertige Kleidungstücke investieren als wenig Geld in viel Kleidung, die nur für kurze Zeit gut aussieht. Nachhaltig ist es auch, seine Kleidung so zu pflegen, dass sie möglichst lange hält. Dazu gehört etwa die schonende Wäsche. Wer zum Beispiel mehr Sport auf die Liste seiner Neujahrsvorsätze gesetzt hat, muss sich nicht extra neue Fitnesskleidung kaufen, wenn er seine alte Funktionskleidung mit einem speziell für Sportbekleidung entwickelten Waschmittel, zum Beispiel von Perwoll , wieder frisch bekommt.

Ohnehin können beim Waschen viele Fehler zugunsten der Umwelt vermieden werden. Etwa, indem man den Platz in der Waschmaschinentrommel voll ausnutzt, um keine Energie zu verschwenden. Oder indem man auf den überholten 90-Grad-Waschgang verzichtet, weil 40 Grad bei den heutigen Waschmitteln in der Regel ausreichen. Auch beim Thema Trockner könnten sich Verbraucher häufiger die Brauche-ich-das-wirklich-Frage stellen. Wer einen Waschkeller, Balkon oder Garten hat, kann mit einem klassischen Wäscheständer viel Energie einsparen.

Generell kann es nicht schaden, im Haushalt häufiger den Nutzen elektronischer Geräte in Frage zu stellen oder zumindest darauf zu achten, dass die Geräte nicht permanent an der Steckdose hängen. Abschaltbare Steckdosenleisten können hierbei eine Hilfe sein. Wobei es auch Geräte gibt, die helfen, Energie einzusparen. So zum Beispiel der Wasserkocher, mit dem sich Wasser vorkochen lässt, damit der Herd nicht so lange in Betrieb ist. Oder die Geschirrspülmaschine, die richtig genutzt energieeffizienter ist als das Waschen per Hand.

Diese und viele weitere Alltags-Tipps, mit denen sich umweltfreundliche Vorsätze besser umsetzen lassen, liefert der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) .

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