Tipps für mehr Nachhaltigkeit
Vom Müllverursacher zum Müllvermeider

Das Umweltbewusstsein der Deutschen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dennoch produziert jeder Deutsche durchschnittlich noch 455 Kilogramm Abfall pro Jahr. In Zeiten der Ressourcenknappheit wird eine optimale Verwertung von Gütern jedoch immer wichtiger.

Freitag, 03.04.2020, 10:35 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 11:04 Uhr
Foto: Photo by Christelle BOURGEOIS on Unsplash

Müllvermeidung führt zu mehr Austausch

Die sogenannte Abfallhierarchie gibt eine klare Handlungsempfehlung für Industrie und Verbraucher vor: An erster Stelle steht die Müllvermeidung, gefolgt vom Recycling. Die Entsorgung selbst steht an letzter Stelle. Viele Münsterländer Initiativen nehmen die Müllvermeidung bereits aktiv in die Hand: So werden  Repair-Cafés gegründet, Nachbarschaftsflohmärkte organisiert oder Kleidertauschpartys in den heimischen Wohnzimmern veranstaltet. Es zeigt sich: Gerade in einer anonymisierten, digitalen Zeit wird die klassische Nachbarschaftshilfe immer wichtiger – auch in puncto Müllvermeidung.

Weniger Müll durch mehr Nachbarschaftshilfe

Tatsächlich kann jeder Bürger in seinem eigenen Wirkungskreis einen großen Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Einige Haushaltsgeräte werden beispielsweise nur selten gebraucht: Bohrmaschine, Leiter, Heckenschere oder Rasenmäher können sich Nachbarn ganz einfach gegenseitig leihen, anstatt jeden Gegenstand neu zu kaufen. Alternativ können die Geräte auch von vornherein für die ganze Hausgemeinschaft angeschafft werden. Dieser Sharing-Gedanke lässt sich auch auf ein Zeitungs- oder Lebensmittel-Abonnement anwenden: Dadurch werden die Waren effektiver genutzt und ihr Lebenszyklus verlängert.

Mehr teilen, weniger wegwerfen

In vielen Städten und Gemeinden im Münsterland gehören praktische Einrichtungen zum Tausch von Gütern bereits zum Straßenbild. In öffentlichen Bücherregalen können beispielsweise ausgelesene Bücher abgestellt und gegen andere abgelegte Schmöker getauscht werden. Auch Retterboxen für Lebensmittel finden sich vielerorts: Dort können überschüssige Lebensmittel hinterlegt und von jedem abgeholt werden, der sie noch verwenden kann. Wo es noch keine derartigen Einrichtungen gibt, können sie unkompliziert ins Leben gerufen werden – beispielsweise im örtlichen Supermarkt.

Apropos Supermarkt: Durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche jährlich weg. Dabei muss nicht alles, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, gleich entsorgt werden: Vieles hält sich weit darüber hinaus. Reste lassen sich außerdem kreativ verwerten und zu leckeren Suppen oder Eintöpfen verarbeiten – natürlich auch für die ganze Hausgemeinschaft. Wer zu viel gekocht oder gekauft hat, gibt den Überschuss einfach über Foodsharing-Plattformen an Interessenten aus der Nachbarschaft weiter.

Ein zweites Leben für Elektronik

Für die Herstellung elektronischer Geräte werden wertvolle Rohstoffe und seltene Erden verwendet. Nach Möglichkeit sollten die Lebenszyklen der Geräte daher sinnvoll verlängert werden. Funktionierende Elektrogeräte können verkauft, verschenkt oder gespendet werden – in der Nachbarschaft oder bequem über Online-Verkaufsplattformen oder Ankaufportale. Ist doch eine Entsorgung notwendig, können kaputte Geräte in Elektromärkten kostenlos abgeben werden. Großgeräte werden dagegen einfach zum örtlichen Wertstoffhof transportiert.  Mit einer praktischen Anhängerkupplung geht das ganz einfach . Wer keinen eigenen Hänger hat, kann diesen entweder mieten oder im Bekanntenkreis fragen, ob jemand seinen gegen ein kleines Dankeschön zur Verfügung stellt.

Papiermüll vermeiden: Werbung abbestellen

Oft kann die Entstehung von Müll auch von vornherein verhindert werden: In so manchem Hausflur oder Treppenhaus stapeln sich die Werbeprospekte. Da sie in den meisten Fällen ungelesen in der Papiertonne verschwinden, ist ein „Bitte keine Werbung“-Schild am Briefkasten eine besonders einfache Methode zur Müllvermeidung. Wenn das nicht hilft: Ein höflicher Brief oder eine E-Mail, in der ausdrücklich um den Verzicht von Werbeeinwürfen gebeten wird, ist in den meisten Fällen wirksam. Auch ein Eintrag in die Robinsonliste  kann eine effektive Maßnahme gegen unnötige Werbeeinwürfe sein: Seriöse Unternehmen kontaktieren die dort eingetragenen Adressen nicht.

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