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Fahrraddiebstahl - Aktuelle Zahlen

Zu den unangenehmsten Erfahrungen für Fahrradbesitzer gehören sicher die Momente, in denen sie realisieren, dass ihr Rad gestohlen worden ist. Leider sind diese Momente nicht selten. Positiv zu vermerken ist, dass in Deutschland die Fallzahlen in den letzten Jahren deutlich rückläufig zu sein scheinen. Die Fallzahlen der polizeilichen Statistik sind allerdings - wie bei vielen andere Delikten auch - unter dem Dunkelziffer-Vorbehalt nicht erfasster, weil nicht angezeigter, Radentwendungen zu betrachten.

Montag, 09.11.2020, 09:54 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 10:27 Uhr
Foto: Photo by Egor Myznik on Unsplash

Tatbestände des Fahrraddiebstahls

Unter den populär oft auch "Fahrradklau" benannten Tatbestand werden in der Regel mehrere strafrechtlich relevante Tatbestände zusammengefasst. Nämlich neben "einfachem" Diebstahl eines Fahrrads auch schwerer Diebstahl (z. B. beim Aufbruch von Fahrradschlössern), unbefugter Gebrauch sowie Unterschlagung (z. B. von Leihfahrrädern).

Maßnahmen in Bezug auf Fahrraddiebstahl

Das Sinken der Fallzahlen im Bereich Fahrraddiebstahl wird einerseits einem in Deutschland zu beobachteten allgemeinen Trend der Verringerung im Bereich der Eigentumskriminalität zugeordnet. Andererseits können auch Verbesserungen bei den von Polizei und Radfahrer-Verbänden empfohlenen Schutzmaßnahmen wie verstärkter Einsatz von qualitativ hochwertigen Bügelschlössern eine Rolle bei sinkenden Fallzahlen spielen. Zu den dringend empfohlenen Maßnahmen in Hinblick auf einen möglichen Raddiebstahl gehören auch das Notieren der Rahmennummer und der Abschluss einer den Schaden bei einem Fahrraddiebstahl abdeckenden Hausratversicherung .

Sinkende Fallzahlen

Nach Angaben der Bundesregierung als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Sommer 2020 ist bezogen auf die Situationen 2015 und 2019 bundesweit ein Rückgang von 329.000 gestohlenen Räder auf 272.000 festzustellen. Das entspricht in Deutschland-Durchschnitt 335 gestohlene Räder je 100.000 Einwohner für 2019. 2018 waren es noch 353 entwendete Räder. Optimistisch wurde von der Bundesregierung prognostiziert, dass die Fallzahlen 2020 weiter sinken werden.

Ungleichmäßige Verteilung der Fallzahlen

Der Rückgang der Diebstähle von Fahrrädern in Deutschland ist sowohl in absoluten Zahlen als auch bei den prozentualen Verteilungen beim Vergleich der Bundesländer unterschiedlich. Das Gleiche gilt für die deutschen Großstädte. So lag der prozentuale Rückgang bundesweit im Vergleich von 2019 zu 2015 bei 17 %, in Schleswig-Holstein sogar bei 30 %. Aus der Reihe fällt Sachsen. Es ist das einzige Bundesland mit Zuwachs beim Fahrraddiebstahl. In Sachsen wurden 2019 20.500 Fahrräder gestohlen und 2015 lediglich 19.000. Pro 100.000 Einwohner wurden in Sachsen 2019 515 Räder gestohlen (Vorjahr 465). Im Bundesländervergleich rangiert Sachsen damit zwar weit oben, aber die Stadtstaaten Bremen (926), Berlin (788) und Hamburg (656) führen das Feld an. Positives Schlusslicht in der Diebstahlstatistik auf Bundeslandebene ist das Saarland mit nur 101 gestohlenen Räder auf 100.000 Einwohner), Im Großstadtvergleich erreichte Leipzig 2019 mit 1.700 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner die Spitzenposition, gefolgt von den Universitäts-und Fahrradstädten Göttingen (1.444) und Münster (1.374).

Hohe Schadenssummen

Trotz sinkender Fallzahlen ist der erfasste Schaden im Verhältnis zu vergangenen Jahren, zumindest in Bezug auf die Anzahl gestohlener versicherte Fahrräder, nicht geringer geworden. Nach Angaben der Versicherungswirtschaft sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr statt 160.000 weniger versicherte Räder entwendet worden, nämlich 155.000. Der Versicherungsschaden belief sich aber wie 2018 auf 110.000 Euro. Der Grund dafür wird in der zunehmenden Neigung der Fahrradkäufer vermutet, kostspieligere Räder zu erwerben. Teure Räder sind aber das bevorzugte Ziel vieler Diebe. Entsprechend stiegen die ausgezahlten Versicherungssummen pro gestohlenem Rad von 2009 bis 2019 von etwa 400 Euro auf über 700 Euro.

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