Wie im Dschungel
Die besten Pflanzen fürs Badezimmer

Statt funktionaler Nasszelle ist das Badezimmer heute ein Ort der Entspannung. Dazu tragen auch Pflanzen bei. Dank ihnen fühlt man sich fast wie im Urlaub. Aber welche Blume ist fürs Bad geeignet?

Montag, 07.12.2020, 04:39 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 04:43 Uhr
Wer genügend Platz in seinem Badezimmer hat, kann Pflanzen wählen, die ordentlich in die Höhe wachsen. Dafür braucht es aber auch ausreichend Tageslicht. Foto: Burgbad

Bad Honnef/Berlin (dpa/tmn) - Im Grunde genommen haben Badezimmer genau eine Funktion: Sie sind ein Ort der Körperpflege. Daran hat sich prinzipiell nichts geändert.

Ihre Ausstattung hat sich in den vergangenen Jahren dennoch stark verändert: Den tristen Nasszellen von einst kommt inzwischen eine hohe Bedeutung innerhalb des Wohnkonzepts zu.

«Das Badezimmer soll längst nicht mehr nur technische Funktionen erfüllen, sondern auch ein gemütliches Ambiente mit Lifestyle-Charakter schaffen,» sagt Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef. Die Schränke sind heutzutage beispielsweise schwarz, der Waschtisch ist in Betonoptik gehalten, die Fliesen sind modern und die Accessoires echte Hingucker.

Bei Letzteren geht es übrigens schon längst nicht mehr nur um Wäschekörbe aus Bast oder filigrane Aufbewahrungsdöschen. Lebendige Natur in Form verschiedener Pflanzen in unterschiedlichen Grüntönen macht nun aus dem Bad einen Ort der Ruhe und Entspannung.

Badezimmer ein Ort des Wohlfühlens

«Richtig eingesetzt verwandeln Pflanzen ein Badezimmer mit Fenster in eine Wohlfühloase, gerade in der dunklen Jahreszeit», sagt auch Christian Engelke vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur in Berlin. Doch nicht jeder traue sich das.

Zu groß sei die Angst, das Grün komme mit den Temperaturunterschieden oder dem vielen Wasserdampf nicht klar. Dabei gäbe es kaum Pflanzen, die das stört, beruhigt Engelke. «Wer das Glück eines großen Badfensters hat, durch das viel Licht einfällt, kann nahezu jedes Gewächs ins Bad stellen, abgesehen von Kakteen.»

In hellen und warmen Feuchträumen können sich Pflanzenfreunde also richtig austoben und verschiedene Gewächse miteinander kombinieren. «Farne wie der Schwertfarn oder der Geweihfarn sind besonders toll im Badezimmer», findet Engelke. Die Tropenpflanze gefällt durch ihre langen Wedel, die, üppig eingesetzt, ein Dschungelfeeling verbreiten.

Das trifft auch auf die Korbmarante zu, deren länglich-ovale Blätter gern um die 20 Zentimeter groß werden. Auch Palmen, Orchideen oder Aloe fühlen sich in hellen Feuchträumen wohl.

Licht im Bad ist wichtig - aber nicht notwendig

Wer nur ein kleines Badfenster hat und damit wenig Licht, muss sich schon eher Gedanken darüber machen, welche Pflanzen überhaupt zur Begrünung in Frage kommen. «Es gibt aber Pflanzen, die auch mit weniger Licht auskommen», weiß Engelke.

Einige Drachenbäume beispielsweise seien robust. «Auch Spathiphyllum, Einblatt genannt, ist recht unempfindlich und sieht im Badezimmer fantastisch aus.» Philodendron und Fensterblätter (Monstera) seien genauso empfehlenswert. Letztere gehören übrigens nicht ans Fenster - anders als der Name es vielleicht zunächst vermuten lässt. «Die Monstera verträgt kein direktes Sonnenlicht. Zweite Reihe sagt ihr eher zu», sagt Engelke. Die Zamioculcas, auch Glücksfeder genannt, komme ebenfalls mit wenig Licht aus.

Wer viel freie Bodenfläche hat, greift zu Pflanzen mit großer Wuchshöhe. «Das erzeugt eine ganz besondere Wirkung», findet Engelke. 40 bis 50 Zentimeter oder mehr dürfen es nach ihrem Geschmack gern sein.

Klein, aber oho

Wer weniger Platz hat, drapiert kleinere Pflanztöpfe einfach zwischen den Bad-Utensilien auf Abstellflächen oder nutzt den Badewannenrand. Besonders platzsparend sind Tillandsien. Die kleinen, krautigen Pflänzchen brauchen keinen Nährboden, sondern lediglich einen Gegenstand, an dem sie sich festhalten können - einen Ast oder Stein, an dem sie mittels Band festgemacht werden, einen kleinen Pflanztopf oder Schnüre, von denen sie von der Decke hängen. Wasser und Nährstoffe ziehen sie sich aus der Luft.

Auch kleine Sukkulenten werden zum Hingucker, wenn sie etwa zu mehreren in einem Pflanztopf stecken oder einzeln in Töpfen oder Pflanzgläsern von der Badezimmerdecke hängen. Wer wenig Stellfläche, dafür aber eine leere Wand zur Verfügung hat, montiert mehrere Wandvasen und befüllt diese mit Tillandsien, Sukkulenten oder kleinen, hängenden Farnen. Auch eine Europalette eignet sich hochkant an die Wand gelehnt perfekt zur Begrünung.

Gießen: Genug Feuchtigkeit in der Luft

Übrigens: Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sollte man es mit dem Gießen nicht übertreiben. «Badezimmerpflanzen ziehen sich über ihre Öffnungen in den Blättern Flüssigkeit aus dem Wasserdampf. Wer zusätzlich noch oft gießt, schadet der Pflanze im Zweifel», sagt Engelke.

Besser sei es, immer mal zu kontrollieren, ob Pflanzen im Nassen stehen und gegebenenfalls das Wasser aus dem Übertopf abzugießen. «Ansonsten alle vier bis sechs Wochen etwas Flüssigdünger geben, die Blätter regelmäßig entstauben und auch mal etwas rausschneiden, damit die Pflanzen nicht zu üppig werden», rät Engelke.

Und wer nur ein fensterloses Badezimmer hat, muss deswegen nicht zwangsläufig auf Grün verzichten. Es gibt mittlerweile verblüffend echt aussehende Kunstpflanzen. Und manchmal hilft schon ein Duschvorhang mit Dschungelprint.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-574953/4

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