Prozess gegen Bill Cosby
Klägerin Andrea Constand bricht ihr Schweigen

Andrea Constand hat laut amerikanischen Medienberichten vor Gericht gegen den US-Entertainer ausgesagt. Dieser soll sie ihren Worten zufolge im Januar 2004 unter Drogen gesetzt haben und sexuell übergriffig geworden sein. Cosby bestreitet die Vorwürfe und hat angekündigt, nicht auszusagen.

Mittwoch, 07.06.2017, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.06.2017, 18:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.06.2017, 18:20 Uhr
Der US-Entertainer Bill Cosby will vor Gericht schweigen. Foto: Matt Rourke

Norristown (dpa) - Andrea Constand, die Bill Cosby in dessen erstem Strafprozess wegen sexueller Nötigung verklagt, hat ihr jahrelanges Schweigen gebrochen und den US-Entertainer direkt mit den Vorwürfen konfrontiert.

In einer mehr als dreistündigen Aussage im Gericht in Norristown (Pennsylvania) beschrieb sie Medienberichten zufolge am Dienstag, wie Cosby sie an einem Abend im Januar 2004 mutmaßlich unter Drogen gesetzt habe und sexuell übergriffig geworden sei. Am dritten Tag des Verfahrens sollte sie am Mittwoch erneut aussagen.

Die 44-jährige Constand unterdrückte laut einem Bericht des «Philadelphia Inquirer» Tränen, als sie beschrieb, wie Cosby ihr drei blaue Pillen gegeben und sie sexuell genötigt habe. Nach Einnahme der Tabletten habe sie sich wie «eingefroren» gefühlt, sagte sie dem TV-Sender CNN zufolge. «Ich fühlte mich wirklich gedemütigt und war sehr verwirrt. Ich wollte einfach nach Hause gehen.» Auch Constands Schwager, eine weitere Zeugin in einem ähnlich gelagerten Fall sowie deren Mutter haben in dem Prozess unter anderem ausgesagt.

Richter Steven O'Neill hat für den Prozess, der am Montag begann, zwei Wochen angesetzt. Da in den ersten Tagen einige der wichtigsten Zeugen auftraten, könnte der Prozess aber auch früher enden.

Cosby bestreitet die Vorwürfe und hat angekündigt, nicht auszusagen. Trotz der insgesamt 60 Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen, geht es im Prozess nur um besagten Kontakt mit Constand im Januar 2004. Bei einem Schuldspruch durch die zwölfköpfige Geschworenen-Jury drohen dem 79-Jährigen mehrere Jahre Haft.

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