Weltenbummlerin
Rallyefahrerin Heidi Hetzer tot

Heidi Hetzer gehörte zu den erfolgreichen Unternehmerinnen Berlins - und zu den Originalen der Stadt. Nun ist sie mit 81 Jahren gestorben.

Dienstag, 23.04.2019, 16:37 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 16:40 Uhr
Die ehemalige Rennfahrerin Heidi Hetzer ist tot. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer ist tot. Sie sei über die Ostertage gestorben, teilten ihr Sohn und ihre Tochter der Deutschen Presse-Agentur mit.

«Sie war zu Hause in ihrer Wohnung in Berlin, als es geschah.» Hetzer wurde 81 Jahre alt. Zuvor hatte die «B.Z.» über den Tod der Unternehmerin berichtet.

Die ehemalige Autohaus-Chefin galt als Berliner Original. Fast vier Millionen Fans verfolgten ihre Reisen und Erlebnisse über soziale Medien.

Die genaue Todesursache sei noch nicht bekannt, aber es deute alles auf Altersschwäche oder einen Unfall hin, teilten Hetzers Kinder weiter mit. Möglich sei ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. «Die Umstände ihres Todes sind auch lange nicht so wichtig wie die ihres Lebens. Sie hat bewusst und öffentlich gelebt, so als wäre jeder Tag ihr letzter», schrieben Sohn Dylan und Tochter Marla.

«Sie hat verstanden - und auch oft gesagt -, dass jeder Tag ein Geschenk ist», hieß es weiter. «Bis zuletzt hatte sie eine Offenheit, eine Neugier auf das Fremde, und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Ihre Familie hatte sie sehr lieb und wird sie sehr vermissen.»

Bis Mitte April war Hetzer noch mit einem rosa Jeep auf einer längeren Afrika-Tour. Zuvor war sie zweieinhalb Jahre lang mit ihrem Oldtimer «Hudo» - einem Hudson Greater Eight, Baujahr 1930 - um die Welt gereist.

Die schlagfertige Berlinerin mit Mutterwitz war immer für einen guten Spruch zu haben. Als auf ihrer Weltreise in Laos die Bremsen nicht richtig funktionierten, kommentierte die Abenteuerin knapp: «Bin ich halt langsamer gefahren.»

Am Dienstag stand nun als letzter Eintrag in ihrem Blog: «Ich lebe nicht mehr, aber ich habe gelebt.» Ein Bewunderer kommentierte in der Nachruf-Spalte ihrer Internetseite: «Immer ein bisschen verrückt und manchmal auch wirklich überkandidelt, aber immer liebenswürdig.» Und: «Meinen Respekt vor dieser Lebensleistung.»

Heidi Hetzer lernte Kfz-Mechanikerin im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm sie 1969 das Unternehmen ihres Vaters und baute es zu einem der größten Autohäuser Berlins aus. Sie führte es bis 2012 und gehörte zu den erfolgreichen Unternehmerinnen der Stadt. Hetzer war Oldtimer-Fan und nahm gern an Rallyes teil. Sie gewann mehr als 150 Preise.

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