Kinderpornografie-Vorwürfe
Beweissuche im Fall Metzelder jetzt auch in Münster

Münster -

Die Untersuchungen im Fall Christoph Metzelder führen das Landeskriminalamt Hamburg jetzt auch nach Münster, wo der ehemalige Wohnsitz des 38-Jährigen durchkämmt wurde. Auch im Bistum Münster sorgen die Entwicklungen für große Betroffenheit.

Freitag, 06.09.2019, 20:00 Uhr
Gegen Christoph Metzelder wird wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Im Fall Christoph Metzelder wird auch in Münster ermittelt. Wie am Freitag aus Ermittlerkreisen verlautete, hat die Polizei im Rahmen des Verfahrens wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornografischer Schriften auch am ehemaligen Wohnsitz des Fußballers Vernehmungen durchgeführt.

Die münsterische Polizei ist nach eigenen Angaben an den Ermittlungen nicht beteiligt. Wie auch schon bei den Durchsuchungen am vergangenen Dienstag in Düsseldorf, wurden die Befragungen in Münster durch Beamte des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg  vorgenommen. 

Auswertung der sichergestellten Datenträger

Eine Sprecherin der federführenden Staatsanwaltschaft Hamburg wollte den Vorgang am Freitag aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht kommentieren. Befragt wurden nach Informationen unserer Zeitung mehrere Personen, unter anderem eine Münsteranerin, die zeitweise enge Kontakte zum früheren Fußballprofi unterhalten haben soll. Metzelder hatte seine Profikarriere in Münster begonnen.

Derweil werden Stück für Stück neue Details bekannt. Die Zeugin, die Metzelder beschuldigt, pornografische Fotos von Minderjährigen via WhatsApp verschickt zu haben, hatte sich nicht als erstes an die Polizei gewandt, sondern war mit ihren Informationen direkt zur „Bild“ gegangen. Die Zeitung hat ihren Sitz in Hamburg. 

Keine Äußerungen zu den Vorwürfen

Christoph Metzelder wohnt hingegen in Düsseldorf. Dort hatten die LKA-Ermittler aus Hamburg am Dienstag Datenträger sichergestellt – diese müssten nun zunächst ausgewertet werden, hieß es am Freitag. Der 38-Jährige und sein Düsseldorfer Anwalt haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Metzelder ist allerdings auch nicht festgenommen worden.

Tief betroffen zeigt sich unterdessen der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster,  Jochen Reidegeld, wegen der Anschuldigungen. Ausgerechnet Metzelder! Reidegeld hatte im Jahr 2001 die Organisation „Roter Keil“ ins Leben gerufen, die sich gegen Kinderprostitution einsetzt. Metzelder war einer der „Schutzengel“.

Der Papst hatte Reidegeld und Metzelder wegen ihres Engagements empfangen. „Da wir kein Faktenwissen haben und wir glauben, dass die Unschuldsvermutung auch für Christoph Metzelder gilt, bitten wir als ,Roter Keil‘ um Verständnis, dass wir uns erst nach Abschluss des Verfahrens äußern“, so Reidegeld.

Ahlenerin mit 111 Jahren als Komparsin am Set
Das Filmteam hat die 111-jährige Hazno Dülek, hier mit Urenkelin Sarah (6), ins Herz geschlossen. Erkan Acar, Neil Dülek, Alexander Schubert, Sükrü Dülek, Bjarne Mädel, Adrian Topol und Alexander von Glenck (v.l.) begleiten sie durch die kurze Szene am Marktplatz.
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