Ein Toter und sieben Verletzte
Polizei nimmt mutmaßlichen Messerstecher von Birmingham fest

Mysteriöse Messerattacke in Großbritannien: In Birmingham hat ein Mann mehrere Menschen an verschiedenen Orten mit dem Messer attackiert. Die Polizei konnte ihn am Morgen festnehmen. Doch, was war der Anlass?

Montag, 07.09.2020, 09:25 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 09:28 Uhr
Ein Polizist und Fahrzeuge der Polizei stehen an einer Absperrung in der Irving Street in Birmingham. Foto: Jacob King

Birmingham (dpa) - Die Polizei hat einen 27 Jahre alten Mann festgenommen, der im britischen Birmingham wahllos auf Passanten eingestochen haben soll. Der Mann sei des Mordes und des siebenfachen versuchten Mordes verdächtig, teilte die Polizei am Montagmorgen mit.

Am Abend zuvor waren Bilder des Gesuchten veröffentlicht worden. Bei der Attacke war in der Nacht zum Sonntag ein Mann ums Leben gekommen, sieben Menschen hatten zum Teil schwere Verletzungen erlitten. Die Angriffe ereigneten sich im Zentrum der Stadt an vier Orten und über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden.

Die Polizei ermittelt wegen Mordes und geht nicht von einer Terrorattacke, rassistischen Motiven oder Bandenkriminalität aus. Die Ermittler riefen am Sonntag die Bevölkerung zu größter Vorsicht auf. Messerattacken sind seit Jahren ein großes Problem in Großbritannien.

Sieben Menschen seien verletzt worden, zwei davon schwer, teilte die Polizei der Region West Midlands mit. Bei den Schwerverletzten handele es sich um einen Mann und eine Frau. Premierminister Boris Johnson dankte im Kurznachrichtendienst Twitter den Rettungskräften.

Die Taten passierten den Ermittlungen zufolge zwischen 1.30 und 3.20 Uhr (MESZ) in der Nacht. «Die Ereignisse in den frühen Morgenstunden sind tragisch, schockierend und verständlicherweise erschreckend», teilte Steve Graham von der zuständigen Polizeibehörde mit. Er rief Augenzeugen dazu auf, sich zu melden. Wer Verdächtiges beobachte, sollte besonnen reagieren und die Ermittler informieren.

Graham sprach von einer «zufälligen Attacke ohne klares Motiv». Es besteht ihm zufolge keine Verbindung zwischen den Opfern. Auch Rassismus schloss er als Motiv bei dem Verbrechen aus.

Sein Kollege David Jamieson machte die Corona-Pandemie für einen Anstieg der Gewalt unter jungen Leuten verantwortlich. Angesichts der Zukunftsängste und aufgestauten Gefühle sei das «fast unvermeidlich» gewesen, so der Polizeiexperte. Er wolle aber damit nicht sagen, dass dies der Grund für die Messerangriffe in Birmingham sei.

Augenzeugen zufolge soll es angeblich vorher gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen gegeben haben. In den Clubs in der Umgebung des Tatorts habe es eine «multikulturelle Nacht» gegeben, sagte Cara Curran am Sonntag der BBC. «Ich arbeite seit zwei Jahren in der Clubszene und habe viele Kämpfe gesehen, aber noch nie so etwas wie heute Nacht», berichtete die Frau. Ihr zufolge sollen zwei Gruppen von Jugendlichen aufeinander losgegangen sein.

Messerattacken sind seit Jahren ein großes Problem in Großbritannien. Auch in London wurden am Wochenende Menschen durch Stiche verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Im Südosten der Hauptstadt erlitten demnach am Samstagabend fünf Personen Verletzungen.

© dpa-infocom, dpa:200906-99-449720/13

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