Kritik
Collien Ulmen-Fernandes über Gleichberechtigung

In Sachen Gleichberechtigung ist nach Ansicht der Moderatorin, Schauspielerin und Autorin noch jede Menge Luft nach oben.

Dienstag, 08.09.2020, 06:28 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 06:32 Uhr
Collien Ulmen-Fernandes. Foto: Sebastian Gollnow

Berlin (dpa) - Bei der Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist aus Sicht von Moderatorin, Schauspielerin und Autorin Collien Ulmen-Fernandes (38) noch viel zu tun.

«Wir leben in einer Pseudogleichberechtigung», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). «Es gibt viele Männer, die ein bisschen mitmachen und dann von Gleichberechtigung sprechen, die nicht wirklich gegeben ist.»

Über ihre Ehe mit Schauspieler Christian Ulmen (44, «Tatort») sagte sie: «Wir leben inzwischen absolut paritätisch, was die Aufgabenverteilung angeht. (...) Wenn zum Beispiel unsere Tochter krank ist, dann überprüfen wir, wer seine Termine leichter absagen kann, und derjenige bleibt dann zuhause.» Allerdings höre sie oft aus ihrem Umfeld: «Wie kann Collien zu einem Dreh fahren? Die hat doch ein Kind.» Männer hörten so etwas nie. «Viele sehen immer noch Männer als die Ernährer, und die Frau geht einfach nur einem Hobby nach.»

Auch mit Blick auf Kinder seien Geschlechter-Klischees noch weit verbreitet. «Die Welt der aktuellen Kindergeneration ist so stereotypisiert wie nie zuvor», sagte Ulmen-Fernandes. «In den Spielwarenkatalogen stehen die Mädchen in der Kinderküche, die Jungs sind die Superhelden.» Man müsse solche Klischees «ganz früh aufbrechen», was sie auch in ihrem neuen Buch zu machen versuche.

In der Kinderbuchreihe «Lotti und Otto» von Ulmen-Fernandes ist gerade der neue Band «Eine Geschichte über "echte Kerle", alte Vorurteile und neue Freunde» erschienen.

© dpa-infocom, dpa:200908-99-470349/2

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