Dow Jones
Verschnaufpause nach Kursrally an US-Börsen

New York (dpa) - Nach dem neuerlichen Kursschub vom Vortag ist den US-Börsen am Donnerstag erst einmal die Kraft ausgegangen. Der US-Leitindex Dow verlor 1,17 Prozent auf 24.345,72 Punkte. Immerhin hat er sich vom Crash-Tief von Mitte März um mehr als ein Drittel erholt.

Freitag, 01.05.2020, 10:07 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 10:10 Uhr
US-Fahnen an der Wallstreet, Sitz der New Yorker Börse. Foto: epa Justin Lane

Am Vortag hatte dem Dow nicht mehr viel bis zur runden Marke von 25.000 Punkten gefehlt. Diese dürften die Börsianer auch am Freitag im Blick behalten.

Wie sehr das Coronavirus die US-Wirtschaft gegenwärtig in den Abgrund zieht, belegten neue Zahlen vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche belief sich auf 3,8 Millionen. Damit haben sich seit der Zuspitzung der Corona-Pandemie im März mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. «Aufgrund des sich verschlechternden Arbeitsmarktes bleibt die Konjunkturperspektive noch getrübt», sagte Analyst Partick Bolt von der Helaba. Auch die Konsumausgaben der US-Bürger sind im März eingebrochen.

Der marktbreite S&P 500 gab um 0,92 Prozent auf 2912,43 Zähler nach. Der Nasdaq 100 schaffte dagegen ein Plus von 0,20 Prozent auf 9000,51 Punkte. Hier stützten nicht zuletzt gute Quartalszahlen von Facebook, deren Aktien kräftig stiegen, sowie ein Rekordhoch der Aktien von Amazon.

Anleger hatten erneut zahlreiche Quartalsbilanzen zu verdauen, darunter die einiger Technologieschwergewichte vom Vorabend. Microsoft konnte die Corona-Krise bisher nichts anhaben. Der Software-Konzern profitierte vielmehr vom starken Trend zu Heimarbeit und steigerte Umsatz und Gewinn. Die Aktien legten um 0,6 Prozent zu, nachdem sie in den vergangenen Wochen bereits stark gestiegen waren.

Weitaus deutlicher ging es mit den Papieren von Facebook aufwärts, sie gewannen 5,4 Prozent. Das weltgrößte Online-Netzwerk konnte in der Corona-Krise mehr Nutzer anziehen. Der Kurznachrichtendienst Twitter rutschte hingegen vor dem Hintergrund der Pandemie in die roten Zahlen, der Kurs sackte um 7,8 Prozent ab.

Tesla-Aktien zogen nach Quartalszahlen anfangs kräftig an, drehten anschließend aber ins Minus und schlossen 2,3 Prozent tiefer. Allerdings hatten sich die Papiere seit Mitte März mehr als verdoppelt. Tesla habe die Erwartungen kräftig übertrumpft, merkte Analyst Ryan Brinkman von JPMorgan an.

Papiere des Chemiekonzerns Dow verloren 2,1 Prozent. Die Corona-Krise hatte den Gewinn des Unternehmens im ersten Quartal halbiert. Auch bei McDonald's ließ die Pandemie den Gewinn zuletzt einbrechen. Die Aktie der Fastfood-Kette schloss nach zwischenzeitlich höheren Verluste nur 0,14 Prozent tiefer.

Gesucht waren unterdessen die Aktien von Apple und Amazon, die um 2,1 beziehungsweise 4,3 Prozent zulegten. Amazon stiegen kurz vor der Schlussglocke auf ein Rekordhoch von 2475 Dollar. Beide Tech-Giganten veröffentlichen nach Börsenschluss ihre Quartalsberichte.

Am US-Rentenmarkt gab es keine einheitliche Tendenz, richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen gaben um 1/32 Punkt auf 108 7/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 0,63 Prozent. Der Euro konnte die Gewinne zum US-Dollar halten und notierte zum Börsenschluss an der Wall Street auf 1,0953 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0876 (Mittwoch: 1,0842) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9195 (0,9223) Euro gekostet.

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