Auto
BMW setzt sich neue Rekordziele

München (dpa) - BMW setzt sich nach dem besten Jahr der Firmengeschichte neue Rekordziele und will die Rivalen Mercedes und Audi auch künftig auf Distanz halten.

Mittwoch, 19.03.2014, 13:48 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.03.2014, 13:40 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.03.2014, 13:48 Uhr

Bis zum Dezember wollen die Münchner mehr als zwei Millionen Autos verkaufen - und damit ein wichtiges Etappenziel deutlich früher erreichen als zuvor geplant. Auch der Gewinn vor Steuern soll stark zulegen.

«Sie sehen: Wir blicken mit Zuversicht in das Geschäftsjahr 2014», sagte Konzernchef Norbert Reithofer zur Vorlage der Jahresbilanz. Das große Ziel: Bis 2020 will der Oberklasse-Hersteller Branchenführer bleiben. An der Börse setzte die BMW-Aktie zum Höhenflug an und legte bis zum Mittag um mehr als sieben Prozent zu. Damit notierte sie ebenfalls auf einem Rekordstand.

Der Auftakt in diesem Jahr sei bereits gelungen, sagte Reithofer. In den ersten beiden Monaten habe der Konzern weltweit rund 274 000 Autos verkauft: «Das ist der bisher beste Start in ein neues Jahr.» Im zweiten Halbjahr soll sich das Wachstum dank frischer Modelle weiter beschleunigen und Umsatz sowie Gewinn in die Höhe treiben. «Nach all den Produkten, die wir jetzt einführen, muss das auch so sein», stellte Finanzchef Friedrich Eichiner klar.

Dennoch blieben Risiken, betonte Reithofer. BMW beobachte die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen genau. In der Krim-Krise hofft der Konzern auf eine diplomatische Lösung. Sollte die Lage dort aber tatsächlich eskalieren, müsste man laut Eichiner auch den eigenen Geschäftsausblick überdenken. In Russland selbst verkauft BMW derzeit rund 40 000 Autos pro Jahr.

Weit wichtiger ist und bleibt China. Auf dem weltgrößten Automarkt setzten die Münchner 2013 nicht nur ein Fünftel ihrer Wagen ab, sondern fuhren über ihr Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partner Brilliance auch 411 Millionen Euro Gewinn ein.

Doch auf den zweiten Blick zeigt die Bilanz, dass BMW durchaus zu kämpfen hatte - und zwar mit ähnlichen Problemen wie etwa der Verfolger Audi. Wie die VW-Tochter steckte BMW viel Geld in neue Produkte und den Ausbau der Fertigung. 2013 hatten die Investitionen fast neun Prozent der Erlöse betragen - eigentlich peilt BMW unter sieben Prozent an. 2014 dürften die Ausgaben im Verhältnis zum Umsatz wieder sinken. Schon das dürfte für spürbar mehr Gewinn sorgen.

Im vergangenen Jahr bremste außerdem der starke Euro die Zuwächse durch Umrechnungseffekte ab. Und auch der sogenannte Modellmix hinterließ Spuren in der Bilanz, denn besonders gut liefen vor allem kleinere Modelle, die weniger Geld abwerfen.

Dazu buhlen die Hersteller in schwierigen Märkten wie den gebeutelten europäischen auch mit Preisnachlässen um Kunden. Zwar sind Oberklasse-Anbieter mit Rabatten eher vorsichtig, um das Image nicht zu schädigen. Dennoch drückt der harte Wettbewerb den Gewinn. Mit den neuen Modellen will BMW aber wieder aus seiner Sicht bessere - also höhere - Preise durchsetzen.

2013 spiegelte sich der Preisdruck aber noch im Ertrag der Autosparte wider. Dieser sackte um mehr als 12 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Euro ab. Dass unter dem Strich - anders als bei Audi - ein Rekordgewinn steht, verdankt BMW neben den guten Geschäften seiner Finanz- und Leasingsparte auch dem Motorradgeschäft.

Die Zweiräder machten den Münchnern nach teuren Umbauten jetzt wieder Freude. 115 215 verkaufte Motorräder sorgten für einen Absatzrekord, der Gewinn vervielfachte sich nach der kostenintensiven Neuausrichtung auf 79 Millionen Euro. Die Zahl der verkauften Autos indes kletterte um gut 6 Prozent auf 1,96 Millionen Stück. In jeder Stunde verkauften die Münchner damit 224 Wagen.

Insgesamt verdiente der Konzern unterm Strich 5,3 Milliarden Euro, 4,5 Prozent mehr als 2012. Der Umsatz lag angesichts des starken Euro mit gut 76 Milliarden Euro ganz leicht unter dem Wert des Vorjahres. Dennoch überholte der Autobauer gemessen am Umsatz damit den Münchner Nachbarn Siemens, der 2013 knapp unter der 76-Milliarden-Marke blieb.

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